Wochenende

Tartu-Häädemeste-Viljandi


Viljandi, Proberaum der Musikakademie. M und ihre zukünftige Band haben ihre erste Probe. Kletzmer und "Mackie Messer" in wunderbar gemischtem Musikstil. Ich bin stumme Anwesende und beobachte das Zusammenspiel und Probieren der bisher drei. Die Gitarristin ist trampenderweise noch aufm Weg. M's Stimme haut mich heut ziemlich vom Hocker! Was soll ich sagen...ist einfach mehr ihre Musik als Folkmetall oder Folk. Schon jetzt kann ich jedem nur empfehlen zum ersten Konzert zu kommen hehe
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Grad hat U eine Klarinette ausgepackt und mich auch mal probieren lassen. Was für toll tiefe Töne man damit machen kann - unglaublich. Also wieder ein Instrument, das ich gern spielen lernen wollte. Gleich nach Klavier, Cello und Kontrabass fang ich damit an

Gestern in den frühen Morgenstunden war ich keineswegs müde, darum hatte ich ziemliche Kopfschmerzen, als ich dann endlich 10:30 mit dem Bus nach Pärnu fuhr. Zwei Stunden Schlaf sind nicht wirklich genug, nicht in meinem Alter, aber manchmal muss man eben eine Ausnahme machen. Kennt man ja, inspirierende um den Schönheitsschlaf bringende Nachtunterhaltungen
Die Busfahrt nach Pärnu war gefüllt von 20 min Schlaf und einem begeisterten Leseauftakt von John Irving's "The world according to Garp" Weshalb ich auch die ganzen restlichen zweieinhalb Stunden nicht schlafend sondern lesend verbrachte. Das Buch ist so gut, dass ich trotz der Übelkeit, die man beim Lesen im Auto gern mal verspürt, nicht aufhören mochte. Sich in den verrückten Ideen Irvings zu baden ist schon sehr angenehm, einfach m6nus, wie die Esten sagen würden.
Ich hoffe nur, dass meine Begeisterung nicht irgendwo um Seite 200 zu schwinden beginnt, wie in letzter Zeit so häufig.

In Häädemeste wurde ich quasi offiziell in die Familie eingeführt. War spannend und ziemlich cool. Nach anfänglichen prüfend zurückhaltenden Blicken war es tatsächlich sehr nett. Sprachentechnisch hatte ich den Überraschungsfaktor ja auch auf meiner Seite, wenn jemand so "süße" Fehler in seine Sätze einbaut, muss man sie einfach gern haben. Andererseits mußte ich auch nicht die ganze Zeit höflich zuhören, da ich mich ja auch nicht zuuuu lange aufs Estnische konzentrieren kann
Am einfachsten war es logischerweise mit den "Kleinen" der Familie. Denen habe ich traditionelles deutsches Einseifen beigebracht - man muss den Schnee schließlich nutzen, wenn er schonmal so lange liegenbleibt. Unpraktisch war nur, dass die zwei kleinen Estinnen und Marion sich irgendwann zusammenrotteten um diesen guten alten Brauch auch an mir zu zelebrieren. Zum Glück kann ich schnell laufen und hab durch meine langjährige Ausbildung zur semierfolgreichen Leichtathletin eine gewisse Wurftechnik, die es mir ermöglichte die drei auf Abstand zu halten.

Morgen hat M Geburtstag. Mein Geschenk: ich werde mein endgültiges Ja-Wort geben mit ihr "Wenn die beste Freundin" zu singen (Ja, auch auf Konzerte, wenn sie das noch will nachdem ich mein gesamtes stimmliches Potenzial preisgegeben habe....) und sie darf mein grünes Lieblingspullöverchen, welches ich letztens zum Schreck einiger Leser so liebevoll angepriesen habe, für eine Woche ohne Beschwerden meinerseits, dass es ja EIGENTLICH mein T-Shirt ist, tragen. Von den vielen Gästen morgen und Freitag Abend bekommt sie dann richtige materielle Geschenke, weshalb ich mich darum glücklicherweise nicht zu kümmern brauche.

7.12.08 20:50

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