Feminismus!?

Schicke Musik, komisches Video

http://www.youtube.com/watch?v=b5hd2IUWU0s

8.12.08 16:53, kommentieren

Wochenende

Tartu-Häädemeste-Viljandi


Viljandi, Proberaum der Musikakademie. M und ihre zukünftige Band haben ihre erste Probe. Kletzmer und "Mackie Messer" in wunderbar gemischtem Musikstil. Ich bin stumme Anwesende und beobachte das Zusammenspiel und Probieren der bisher drei. Die Gitarristin ist trampenderweise noch aufm Weg. M's Stimme haut mich heut ziemlich vom Hocker! Was soll ich sagen...ist einfach mehr ihre Musik als Folkmetall oder Folk. Schon jetzt kann ich jedem nur empfehlen zum ersten Konzert zu kommen hehe
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Grad hat U eine Klarinette ausgepackt und mich auch mal probieren lassen. Was für toll tiefe Töne man damit machen kann - unglaublich. Also wieder ein Instrument, das ich gern spielen lernen wollte. Gleich nach Klavier, Cello und Kontrabass fang ich damit an

Gestern in den frühen Morgenstunden war ich keineswegs müde, darum hatte ich ziemliche Kopfschmerzen, als ich dann endlich 10:30 mit dem Bus nach Pärnu fuhr. Zwei Stunden Schlaf sind nicht wirklich genug, nicht in meinem Alter, aber manchmal muss man eben eine Ausnahme machen. Kennt man ja, inspirierende um den Schönheitsschlaf bringende Nachtunterhaltungen
Die Busfahrt nach Pärnu war gefüllt von 20 min Schlaf und einem begeisterten Leseauftakt von John Irving's "The world according to Garp" Weshalb ich auch die ganzen restlichen zweieinhalb Stunden nicht schlafend sondern lesend verbrachte. Das Buch ist so gut, dass ich trotz der Übelkeit, die man beim Lesen im Auto gern mal verspürt, nicht aufhören mochte. Sich in den verrückten Ideen Irvings zu baden ist schon sehr angenehm, einfach m6nus, wie die Esten sagen würden.
Ich hoffe nur, dass meine Begeisterung nicht irgendwo um Seite 200 zu schwinden beginnt, wie in letzter Zeit so häufig.

In Häädemeste wurde ich quasi offiziell in die Familie eingeführt. War spannend und ziemlich cool. Nach anfänglichen prüfend zurückhaltenden Blicken war es tatsächlich sehr nett. Sprachentechnisch hatte ich den Überraschungsfaktor ja auch auf meiner Seite, wenn jemand so "süße" Fehler in seine Sätze einbaut, muss man sie einfach gern haben. Andererseits mußte ich auch nicht die ganze Zeit höflich zuhören, da ich mich ja auch nicht zuuuu lange aufs Estnische konzentrieren kann
Am einfachsten war es logischerweise mit den "Kleinen" der Familie. Denen habe ich traditionelles deutsches Einseifen beigebracht - man muss den Schnee schließlich nutzen, wenn er schonmal so lange liegenbleibt. Unpraktisch war nur, dass die zwei kleinen Estinnen und Marion sich irgendwann zusammenrotteten um diesen guten alten Brauch auch an mir zu zelebrieren. Zum Glück kann ich schnell laufen und hab durch meine langjährige Ausbildung zur semierfolgreichen Leichtathletin eine gewisse Wurftechnik, die es mir ermöglichte die drei auf Abstand zu halten.

Morgen hat M Geburtstag. Mein Geschenk: ich werde mein endgültiges Ja-Wort geben mit ihr "Wenn die beste Freundin" zu singen (Ja, auch auf Konzerte, wenn sie das noch will nachdem ich mein gesamtes stimmliches Potenzial preisgegeben habe....) und sie darf mein grünes Lieblingspullöverchen, welches ich letztens zum Schreck einiger Leser so liebevoll angepriesen habe, für eine Woche ohne Beschwerden meinerseits, dass es ja EIGENTLICH mein T-Shirt ist, tragen. Von den vielen Gästen morgen und Freitag Abend bekommt sie dann richtige materielle Geschenke, weshalb ich mich darum glücklicherweise nicht zu kümmern brauche.

1 Kommentar 7.12.08 20:50, kommentieren

bilingual

M hat M gestern Nacht meinen Artikel aus der Metroo zum Lesen gegeben. Ist einer über Nationalismus in Estland. Mein Kommentar zu diesem Vorgang: „Du musst den aber nicht lesen, wenn Du nicht willst.“ M’s Kommentar: „Doch mich interessiert, was Franzi denkt. Dann verstehe ich vielleicht endlich, weshalb Franzi hier in Estland ist. Was hinter ihrem Lächeln steckt.“
Sie hat nicht gefragt und ich habe es wohl noch nicht erzählt, bei unseren wöchentlichen Hiiukanneltreffen.


Selline lugu

M. andis M. mu metroo-artikli lugeda. Mu kommentaar: „Ei pea seda lugema, kui ei taha.“ M vastas: „Tahan küll. Siis saan voib-olla paremini aru, miks Franzi on üldse Eestis. Siis saan teada, mis on selle naeratus taga.“

8.12.08 16:49, kommentieren

Der Kaktus lebt noch

Tähtvere, Tartu am Morgen
Vor meinem Fenster ist ein kleiner Vorgarten, den umwächst eine Hecke, hinter der fließt die Straße, auf der stehen zwei junge Menschen in nach Wärme lechzender Umarmung in smoggeschwängerten Nebel gehüllt. Sie stehen hinter ihrem alten Lada Samara, dessen Scheiben sie zuvor freigekratzt haben und der jetzt warmläuft, schwer dampfend. Atemschutzmasken oder 2 Meter weg vom Auto stehen wäre sicher gesünder.
Ich hier in meinem Zimmerchen sitzend habe seit gestern einen hungrig elektrosmogfressenden kleinen Kaktus neben dem Laptop auf dem Schreibtisch. Der Kaktus wohnt in einem Töpfchen, das nach einem Affen aussieht, bin mir da aber nicht so sicher. Könnte auch ein Schaf sein. Den Kaktus habe ich in dem Paket gefunden, dass ich doch schon gestern abgeholt hab. War halt eh an der Post und dann dacht ich mir, nimmst Du's mal mit. 3kg klangen ja vielversprechend. Als ich das Paket dann sah, hoffte ich ehrlich gesagt, dass nicht drin ist, was draufsteht. Das Klappern im Inneren der Box belehrte mich aber eines besseren. Ich habe hier jetzt also eine Küchenmaschine, mal sehen ob ich die benutzen werde... Aber der Kaktus ist toll und die Schokolade war so gut, dass sie schon alle ist. Also vielen Dank liebes Brüderchen!!!

Meine neue Lieblingsversion von "Mackie Messer" gesungen von Herrn Armstrong:
http://www.youtube.com/watch?v=My9B4uQYJn4&NR=1


Nachmittag, Bibliothek
Leicht andere Stimmung: leicht andere Musik

Arvo's Versuche seine Welt in Musik zu fassen:
http://www.youtube.com/watch?v=ebGbKhrNqbU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=QtFPdBUl7XQ&feature=related

5.12.08 09:38, kommentieren

Post

Mein Tag war nicht so angenehm
Die Realität meiner Estnischkenntnisse hat mich im heutigen Test ganz schön kräftig in der Magengegend getroffen.
Geschneeregnet hat es auch und einen netten Kopfscherz hat mir der Elektrosmog auch beschert.
Aber da! Ich hatte mein Fahrrad nicht wie sonst hinter dem Haus geparkt sondern vor dem Garagentor an der Vorderseite meines Domizils. Da mein Dasein heute von Kommen und Gehen geprägt war, wollte ich mir das Ums-Haus-Schieben sparen. Als ich also das dritte Mal an diesem Tag schlecht gelaunt aus dem Haus trat und mein Fahrrad abschloss, fiel zuerst ein Gedanke und dann mein Blick auf den Briefkasten. Ich stellte mir die Frage um wieviel meine Laune wohl steigen würde, fände ich plötzlich einen Brief in der Box. Ich entschied, diese mögliche Aufmunterung hab ich nötig und festen Schrittes stapfte ich die drei Stufen zur Eingangstür wieder hoch. Das Öffnen des Briefkastens gestaltet sich relativ schwierig. Technisch eigentlich nicht so kompliziert, da es vornehmlich um Gewalt geht, die man an der Tür üben muss, damit sie sich öffnet, war es dennoch eine Herausforderung für mich, da es das erste Mal war, dass ich versuchte einen Blick in das braune Holzding zu werfen. Trotz meinem schmerzenden Ellenbogen schaffte ich es irgendwie den 70 Mal gefalteten Papierfetzen zu entfernen, der das Schloss des Briefkastens ersetzt. Und dann fand ich was noch besseres als einen Brief! Morgen werde ich stolz wie Oskar zum Postamt radeln und mir mein erstes nach Estland geschicktes Paket abholen.
Was dieses Paket soviel spannender macht als einen Brief ist diese Nacht grad. Statt mich schon mit dem Inhalt eines Briefes auseinander zu setzen kann ich mir noch bis die Schalter morgen früh um 9 Uhr öffnen, ausmalen wer mir wohl was geschickt hat.
Unwissenderweise also auf diesem Weg schonmal DANKE liebeR SenderIn

Von Paketen mit kiloweise Knusperflocken drin werde ich jetzt träumen gehen

4.12.08 00:19, kommentieren